Schmuck beim Sport: Was kann man tragen?

Schmuck beim Sport: Was kann man tragen?
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Schmuck beim Sport – eine unterschätzte Gefahr

Ohrringe, Halsketten und anderer Schmuck ist schön anzusehen. Bei den meisten Sportarten ist Schmuck jedoch fehl am Platz. Beim Joggen, Walken oder Radfahren ist das Tragen von Ohrringen, dünnen Kettchen und Piercings in der Regel kein Problem, aber bei allen Sportarten mit Körperkontakt und Geräten ist die Gefahr groß, sich selbst oder andere zu verletzen. Hierzu gehören insbesondere jegliche Ballsportarten, Kampfsportarten und das Boden- und Geräteturnen.

Mit Ketten, Armreifen oder langen Ohrringen kann der Sportler schnell hängen bleiben, was besonders bei hoher Geschwindigkeit sehr schmerzhaft enden kann. Stürze oder Hautabschürfungen sind die häufigste Folge. Verheddert sich beim Turnen die Halskette an den Ringen oder der Sprossenwand drohen im schlimmsten Fall Strangulationsverletzungen.

Wenn ein Ball mit großer Wucht auf ein Piercing, eine spitze Haarspange oder einen Ohrstecker trifft, ist der Schmerz vorprogrammiert. Nicht selten entstehen so Schnitt- oder Stichwunden. Kleine Kanten oder Spitzen und besonders Armbanduhren verhaken sich schnell im Trikot von Mitspielern. Im Extremfall kann es zu Abreissverletzungen am Ohrläppchen oder den Fingern kommen.

Bei Piercings ist besondere Vorsicht geboten

Auch aus dermatologischer Sicht sind Piercings nicht ungefährlich. Die Heilung dauert deutlich länger als bei kleinen Schnitten in der obersten Hautschicht. Der Stichkanal ist länger und die Heilungsbedingungen sind nicht ideal. Sowohl für Piercings als auch für gestochene Ohrlöcher gilt: Penibles säubern des Wundbereiches bis das Gewebe von beiden Seiten in den Stichkanal gewachsen ist. Irritationen wie Reibung oder Druck sollte vermieden werden.
Viele Piercings, aber auch andere Schmuckstücke enthalten Nickel. Dieses Metall wird durch Feuchtigkeit, also auch durch Schwitzen, freigesetzt. Personen, die unter einer Nickelallergie leiden, können dadurch ein allergisches Ekzem bekommen. Unter eng anliegenden Armbändern (Armbanduhr, Schmuckband) vermehren sich im warmfeuchten Klima Bakterien. Reibende Ketten oder Bänder können so unangenehmes Jucken bis zur Entzündung der Haut zur Folge haben. Verstellbare Lederarmbänder auf beads4you.ch bieten daher ein gute Möglichkeit Schmuck und Sport zu vereinbaren.
Grundsätzlich sollten alle Schmuckstücke, die herausgenommen oder abgelegt werden können, vor dem Sport beiseitegelegt werden. Ohrringe die nur schwer zu entfernen sind und vor allem Piercings müssen abgeklebt werden. So reduziert sich das Risiko hängen zu bleiben zumindest.lederarmband-typ
Bildquellenangabe: Robert Babiak jun. / pixelio.de

Verantwortlichkeit Schulsport

Grundsätzlich darf im Schulsport kein Schmuck, Piercing oder eine Armbanduhr getragen werden. Die Gefahr, dass sich der Träger selbst oder ein Mitschüler verletzt ist enorm. Können Schmuckstücke nicht abgenommen werden, müssen die entsprechenden Stellen mit einem Pflaster abgeklebt werden.

Die Verantwortung liegt hierbei letztlich bei der Sportlehrkraft. Sie kann entscheiden welche Schmuckstücke abgelegt werden müssen und welche nicht. Auch eine schriftliche Erklärung der Eltern, die Ihrem Kind das Tragen von Schmuck erlauben, hebt diese Verantwortung nicht auf.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass der Versicherungsschutz des Schulkindes nicht erlischt, wenn das Kind Schmuck im Schulsport getragen hat und es zu Verletzungen bei dem Träger oder einem Mitschüler gekommen ist. Die Lehrkraft kann, solange keine Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann, nicht zivilrechtlich belangt werden.